Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Selb

Das älteste Schriftstück, eine Freiwillige Feuerwehr in Selb betreffend, ist ein Schreiben des Königlichen Bezirksamtes Rehau vom 13. Februar 1869 an den Stadtmagistrat Selb. Dort ist die Rede von einer „Stadtgemeinde, die sich in allen Beziehungen eines ersprießlichen Aufschwungs erfreut“ und die bald über die „als sehr nützlich anerkannte Einrichtung einer Feuerwehr“ verfügen wird. Es dauerte aber noch bis zum Jahr 1872, bis eine Freiwillige Feuerwehr ins Leben gerufen wurde. Bis zum Jahr 1893 stand die Freiwillige Feuerwehr alleine im Kampf gegen das Feuer, dann fand sie tatkräftige Unterstützung durch die 1893 gebildete Freiwillige Fabrikfeuerwehr Rosenthal und die am 1895 gebildete Freiwillige Fabrikfeuerwehr Hutschenreuther. Im Jahr 1925 erhielt die Feuerwehr eine Alarmanlage mit 60 Weckeranschlüssen.

Einsätze in Nürnberg und Eger

1926 traf die erste Motorspritze für die Wehr ein. Die beiden Weltkriege brachten der Wehr schmerzliche Verluste, sehr viele Kameraden verloren ihr Leben im Krieg. 1945 wurden die Reste einer noch immer funktionierenden Wehr zu Löscheinsätzen nach Eger und Nürnberg gerufen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges begann ein neuer Abschnitt im weiteren Aufbau der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Selb. Durch intensive Werbung konnte die Zahl der aktiven Feuerwehrleute erhöht werden. Aus Beständen der ehemaligen Wehrmacht erwarb die Stadt eine Autodrehleiter und einen Kastenwagen. 1953 stellte die Stadt zur Verbesserung der Schlagkraft ein modernes TLF 15 zur Verfügung. 1961 folgten VW-Kombi und ein LF 8-TS an, weil der Mannschaftswagen, die Motorspritze und der Kastenwagen nicht mehr einsatzfähig waren. Bald konnte auch das zweite Tanklöschfahrzeug, ein TLF 16, als Ersatz für das alte LF 15 in Dienst gestellt werden. Damit standen wieder die notwendigen Löschfahrzeuge mit einer ausreichenden Pumpenleistung zur Verfügung. Im Jahr 1969 wurde die Alarmierung der Feuerwehr auf Funk umgestellt. Im Herbst des Jahres 1971 entschloss sich der Stadtrat eine vollhydraulische Kraftfahr-Drehleiter DL 30 zu beschaffen.

Immer wieder das Problem Gerätehaus

Die Unterbringung der Löschgeräte bereitete der Freiwilligen Feuerwehr seit ihrer Gründung stets große Sorgen. Das erste „Gerätehaus“ war eine Remise, das zweite ein Schuppen im Rathaushof 1935 wurde der Wehr die Gebäude einer ehemaligen Steinschleiferei an der jetzigen Friedrich-Ebert-Straße als Feuerwehrgerätehaus zugewiesen. Doch auch damit war keine Dauerlösung gefunden, weil keine Möglichkeit zur Schlauchpflege und -trocknung und kein Unterrichtsraum vorhanden waren. 1959 konnte das an der Lessingstraße errichtete Gerätehaus eingeweiht werden. Das Fehlen einer Atemschutzwerkstatt und räumliche Enge im Sozialbereich führten 1986 zu einem Umbau des Gerätehauses mit den entsprechenden Verbesserungen. Nach wie vor aber wurden von den Führungsdienstgraden des Landkreises Sicherheitsmängel in der Fahrzeughalle festgestellt; moniert wurden störende Pfeiler, zu geringe Abstände zwischen den Fahrzeugen und unfalIträchtige Schiebetore. Als schließlich eine neue Drehleiter (92) angeschafft werden musste, wurde der Zuschuss der Regierung nur unter der Bedingung gewährt, dass vorhandene Sicherheitsmängel in der Fahrzeughalle beseitigt werden müssten. Diese Einschränkung galt dann auch für die in der Folge getätigten Neubeschaffungen: Gerätewagen (94), Tanklöschfahrzeug TLF 16 (96) und Mehrzweckfahrzeug (96). Dieser Situation trug der Stadtrat insofern Rechnung, als er 1994 den Neubau eines Gerätehauses beschloss.

Bürgerentscheid für das neue Gerätehaus

Der von der Mehrheit des Stadtrates und von der Mehrheit der Feuerwehr als ideal eingestufte Standort am Christian-Höfer-Ring sollte 1996 mit einem Bürgerentscheid verhindert werden; eine Gruppierung des Stadtrates wollte einen Um- bzw. Anbau am alten Standort erreichen. Die Bürger entschieden sich aber mit großer Mehrheit für die Lösung Christian-Höfer-Ring. 1997 wurde die Selber Wehr dem Katastrophenschutz angegliedert, was bedeutet, dass inzwischen ein SW 2000 bei der Selber Feuerwehr stationiert ist. Die letzte größere Ersatzbeschafffung, das LF 16/12, wurde im Jahr 2002 übergeben, weil der alte 16er inzwischen 25 Jahre auf dem Buckel hatte.

Werner Schürer Wache

Seit dem Jahr 2003 wir das Gerätehaus unter dem Namen „Werner Schürer Wache“ geführt. Der ein Jahr vorher verstorbene Oberbürgermeister hat sich große Verdienste um die Freiwillige Feuerwehr Selb erworben.
Im Jahr 2007 wurde das vorhandene LF-8 durch ein TLF 20/40 SL ersetzt. Im Jahr 2010 wurde als Kommandowagen ein Audi Q5 angeschafft. Der vom Bund für Katastrophenschutz stationierte Schlauchwagen 2000 in Selb wurde 2012 nach Wunsiedel verlagert. Grund hierfür, war die Bereitstellung eines Löschgruppenfahrzeuges für Katastrophenschutz, welches ab sofort in Selb im Einsatz ist.

Neue Fahrzeuge

2013 wurde ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20 angeschafft. Nur 2 Jahre später, im Jahr 2015, musste aufgrund von unreparablen Schäden das Drehleiterfahrzeug erneuert werden. So stellte man im Jahr 2016 eine neue DLK 23/12 von Magirus in den Dienst. Noch im selben Jahr entschied sich der Landkreis drei neue Verkehrssicherungsanhänger (VSA) anzuschaffen. So konnte man in Selb im Jahr 2017 den neuen VSA in Betrieb nehmen. Die VSA wurden entlang der Autobahn sinnvoll aufgeteilt, sodass neben der Feuerwehr Selb auch Thiersheim und Marktredwitz einen solchen erhielten.